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Lena: Wie man auf sowas kommt

Es ist raus: Wir gehen auf Weltreise und touren vorher sieben Monate mit dem Auto, besser gesagt Transporter, und unseren wichtigsten Habseligkeiten durch Deutschland und Europa. Wahnsinn. Es fühlt sich gut an, dass nun alle Bescheid wissen und nicht mehr nur der engste Kreis, mit dem wir natürlich schon lange über unsere Pläne gesprochen haben. Neben dem riesigen Meilenstein, unsere Wohnung zu kündigen, war der Start unseres Blogs ein weiterer wichtiger Schritt: Es ganz offiziell machen, etwas, das bisher nur auf der persönlichen To-do-Liste stand, endlich in die Tat umsetzen und spüren, dass Dinge in Bewegung kommen, greifbar werden. Zusätzlich zu dem großartigen Gefühl, tatsächlich in die Umsetzung unseres Plans zu gehen, hat mir der Start unseres Blogs, einen echten Motivationsschub gegeben, denn die Reaktionen darauf und auf unser Vorhaben, waren so positiv, voller Begeisterung, Unterstützung und Interesse, dass es mich einfach glücklich und dankbar macht! Und ja, dass unsere Eltern vielleicht nicht ganz so vor Freude im Sechseck springen, wie wir es tun, verstehe ich auch irgendwie – sie wollen nun mal unser Bestes und machen sich Sorgen, wie alle Eltern. Am Ende bin ich dankbar für ihre Fürsorge und kann unseren Lieben nur versprechen, dass wir wie immer gut auf uns aufpassen werden…

All die Reaktionen zu sehen, hat mich aber auch innehalten lassen. Wie hat das eigentlich nochmal alles mit unserem Weltreise-Traum angefangen? Gute Frage. Es fühlt sich an, als wenn es schon immer unser Wunsch war. Wir haben mittlerweile so oft darüber gesprochen, Ideen ausgetauscht, stellen es nicht mehr in Frage. Es ist unsere Realität geworden und ich kann mich so ohne Weiteres nicht an die Anfänge erinnern. Gut, dass wir ab jetzt einen Blog haben, der nichts mehr vergisst… Wenn ich unseren WhatsApp-Nachrichten Glauben schenken darf, ist das Wort „Weltreise“ zum ersten Mal im November 2018 in unseren Gesprächen gefallen. Damals als flüchtiger Gedanke im Kontext dessen, wie wir uns unser weiteres gemeinsames Leben theoretisch vorstellen können, an kein Datum, oder irgendeinen Plan zur tatsächlichen Umsetzung geknüpft und damit auch schnell wieder aus dem Blick verloren. So ist das eben mit den Dingen, die man nicht fixiert und konkret plant.

Und dann kam Corona: Eingesperrt im x-ten Lockdown, der gerade wieder verlängert wurde, auf absehbare Zeit jeglicher Möglichkeit zum Reisen beraubt und frustriert nach den langen, kalten und grauen Monaten in Deutschland, war es einer unserer zwischenzeitlich liebgewonnenen Homeoffice-Mittagspausen-Spaziergänge Anfang März 2021, bei dem wir rumgesponnen und uns weit weg in die Wärme geträumt haben. Auf dem Streifzug durch unsere Nachbarschaft noch ein Tagtraum, zu Hause dann die Frage: Warum eigentlich nicht? Und die Erkenntnis, wenn wir uns jetzt kein festes Datum setzen, wird es wieder nur eine theoretische Option bleiben. Wann wird Corona wohl vorbei und das Reisen wieder erlaubt sein? Was ist mit unseren Jobs? Kündigen, oder pausieren? Und wenn ja, ab wann? Was machen wir mit unserer Wohnung? Wie lange wollen wir überhaupt unterwegs sein und was kostet das? So viele Fragen, die uns durch den Kopf geschossen sind und die wir eine nach der anderen für uns beantwortet haben, mit dem Ergebnis: Das Jahr 2023 wollen wir auf Weltreise verbringen, ohne Wenn und Aber.

Und damit war es auf einmal nicht mehr nur ein Gedankenspiel, ein großer Traum, der ausschließlich in unseren Köpfen existiert. Plötzlich war es etwas, das wir wirklich tun würden, ein fester Plan, von dem wir unseren Familien und Freunden erzählen konnten und der mit jedem Tag, jedem Gespräch, jeder Entscheidung immer mehr Form angenommen hat. Seitdem wir unsere Weltreise zur Priorität gemacht haben, fragen wir uns nicht mehr, ob sie stattfinden, verschoben, oder verkürzt wird, wenn Hindernisse aufkommen – und die kommen zwangsläufig auf, wie wir bereits gelernt haben – sondern unsere Frage lautet: Wie sieht die Lösung aus, damit unser Plan trotzdem funktioniert?

Dass wir nun sogar sieben Monate früher von zu Hause starten und noch eine Deutschland-Europa-Tour einschieben, ist zum Beispiel so eine Lösung für ein Hindernis, das ganz plötzlich aufgetaucht ist. Flexibel bleiben scheint hier die beste Antwort zu sein und ist wohl insgesamt ein ziemlich guter Weg für die Weltreise. 

7. März 2022

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